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Ratgeber

Was ist eine digitale Stempelkarte?

Der Guide 2026: Definition, Varianten, Funktionsweise, Kosten, Recht und Anbieterwahl — sachlich erklärt für Cafés, Bäckereien, Barber, Imbisse und Studios. Stand: Oktober 2026.

Von Aktualisiert am 18 Min. Lesezeit

Was ist eine digitale Stempelkarte?

Eine digitale Stempelkarte überträgt das bekannte Prinzip „zehnmal kaufen, einmal gratis“ aufs Smartphone. Die Karte liegt im Wallet, Stempel kommen per Scan, die Prämie wird digital eingelöst. Das Prinzip bleibt gleich — nur das Medium ändert sich.

Die klassische Stempelkarte kennt jeder: ein Kärtchen aus Karton, auf dem für jeden Kaffee, jeden Haarschnitt oder jedes Mittagessen ein Feld abgestempelt wird. Ist die Karte voll, gibt es eine Prämie. Die digitale Stempelkarte macht genau das — nur dass die Karte nicht im Portemonnaie, sondern im Smartphone liegt. In den meisten Fällen als sogenannte Wallet-Karte, also als Karte in der App Apple Wallet (iPhone) oder Google Wallet (Android), in der auch Bordkarten, Konzerttickets oder Bezahlkarten liegen.

Für den Kunden ändert sich wenig: Er zeigt beim Bezahlen kurz die Karte, das Team scannt sie, der Stempel ist drauf. Für den Betrieb ändert sich viel: Er sieht, wie viele Karten im Umlauf sind, wie oft Prämien eingelöst werden — und er kann seine Stammkunden mit deren Einwilligung direkt über die Karte erreichen.

Stempelkarte, Treuekarte, Bonuskarte — ist das dasselbe?

Im Alltag werden die Begriffe fast austauschbar verwendet. Feine Unterschiede gibt es trotzdem:

  • Stempelkarte beschreibt die Mechanik: Stempel sammeln, bis die Karte voll ist. Eine Prämie pro voller Karte.
  • Treuekarte beschreibt den Zweck: Stammkunden belohnen und binden. Eine Stempelkarte ist die einfachste Form der Treuekarte.
  • Bonuskarte betont die Belohnung, wird aber oft synonym verwendet.
  • Punkte-Programme funktionieren anders: Kunden sammeln Punkte pro ausgegebenem Euro und lösen sie später ein. Das ist flexibler, aber erklärungsbedürftiger. Für kleine, häufige Käufe ist die Stempelkarte meist verständlicher.

Wer tiefer in einzelne Begriffe einsteigen will, findet Erklärungen im Lexikon zur digitalen Stempelkarte.

Welche Varianten der Stempelkarte gibt es?

Es gibt vier verbreitete Formen: die Papier- bzw. Plastikkarte, die eigene Händler-App, die Web-Karte im Browser und die Wallet-Karte im Apple oder Google Wallet. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Aufwand sie für Kunden bedeuten und ob der Betrieb seine Kunden erreichen kann.

Die Stempelkarte ist eines der ältesten Kundenbindungs-Werkzeuge im Einzelhandel und in der Gastronomie. Lange gab es sie nur auf Papier oder Plastik. Mit dem Smartphone kamen neue Formen dazu — mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen.

1. Papier- und Plastikkarte

Günstig, ohne Technik, sofort verständlich. Die Schwächen sind bekannt: Karten werden vergessen, gehen verloren oder landen in der Waschmaschine. Stempel lassen sich nachahmen, und der Betrieb weiß nicht, wer seine Stammkunden sind oder wie oft sie kommen. Einen Kanal, um Kunden an den nächsten Besuch zu erinnern, gibt es nicht. Plastikkarten mit Barcode lösen das Fälschungsproblem teilweise, brauchen aber ein Kassensystem, das sie lesen kann.

2. Eigene Händler-App

Größere Ketten setzen auf eigene Apps mit Treueprogramm. Für einen einzelnen Betrieb ist das selten sinnvoll: Kunden müssen eine zusätzliche App aus dem App Store laden, ein Konto anlegen und sich ein Passwort merken — für ein Café um die Ecke tun das nur wenige. Entwicklung und Pflege sind außerdem teuer. Mehr dazu, warum Kunden für eine Stempelkarte keine App brauchen, steht unter Stempelkarte App — warum keine App nötig ist.

3. Web-Karte im Browser

Manche Lösungen zeigen die Stempelkarte als Webseite an, die der Kunde über einen Link oder ein Lesezeichen öffnet. Das funktioniert ohne Download, ist aber im Alltag umständlich: Die Seite muss erst gefunden werden, oft fehlt eine Anmeldung oder sie läuft ab, und Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm sind nur eingeschränkt möglich.

4. Wallet-Karte (Apple Wallet und Google Wallet)

Die Wallet-Karte nutzt die Kartenformate, die Apple (PassKit) und Google (Google Wallet Objects) für Bordkarten, Tickets und Kundenkarten vorsehen. Sie liegt in einer App, die bereits auf dem Smartphone ist, aktualisiert sich nach jedem Stempel von selbst und kann Mitteilungen auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Für den Kunden ist sie mit einem Scan und einem Tipp eingerichtet. Diese Variante setzt sich bei lokalen Betrieben zunehmend durch — und auf sie bezieht sich der Rest dieses Guides.

Varianten der Stempelkarte im Vergleich
KriteriumPapier/PlastikEigene AppWeb-KarteWallet-Karte
Download für KundenNeinJa (App Store)NeinNein (Wallet vorinstalliert)
Kundenkonto/PasswortNeinMeist jaTeilsNein
Geht verloren/vergessenHäufigSeltenTeilsSelten (immer im Handy)
Schutz vor FälschungGeringHochMittel bis hochHoch (Scan)
Nachricht an KundenNicht möglichPush in der AppEingeschränktMitteilung über die Karte
AuswertungenKeineJaJaJa
Aufwand für den BetriebDruck & StempelHoch (Entwicklung, Pflege)MittelGering mit Anbieter
Allgemeine Einordnung der Varianten; Details hängen vom jeweiligen Produkt ab.

Wie funktioniert eine digitale Stempelkarte im Wallet?

Der Kunde scannt einen QR-Code und legt die Karte mit einem Tipp in sein Wallet. Beim Bezahlen scannt das Team die Karte und vergibt den Stempel; die Karte aktualisiert sich automatisch. Ist sie voll, wird die Prämie eingelöst und eine neue Sammelrunde beginnt.

Der Ablauf lässt sich in vier Schritte gliedern:

  1. Karte hinzufügen. Ein QR-Code — etwa auf einem Aufsteller an der Kasse — führt zu einer kurzen Seite des Betriebs. Der Kunde gibt wenige Angaben ein (bei Stemplex zum Beispiel den Vornamen) und tippt auf „Zu Apple Wallet hinzufügen“ bzw. „Zu Google Wallet hinzufügen“. Fertig.
  2. Stempel sammeln. Beim Bezahlen zeigt der Kunde die Karte. Das Team scannt den Code auf der Karte mit einem Smartphone oder Tablet, der Stempel ist sofort gebucht. Manche Systeme vergeben Stempel auch nach Umsatz — bei Stemplex zum Beispiel ein Stempel je eingestelltem Euro-Betrag, den der Betrieb selbst festlegt.
  3. Karte aktualisiert sich. Der neue Stempelstand erscheint ohne Zutun des Kunden auf der Karte im Wallet. Technisch schickt der Anbieter dazu ein Update an Apple bzw. Google, das die Karte auf dem Gerät neu lädt.
  4. Prämie einlösen. Ist die Karte voll, zeigt sie die bereitstehende Prämie an. Beim nächsten Besuch wird sie eingelöst; die Karte beginnt wieder von vorn.

Was passiert technisch?

Eine Wallet-Karte ist kein Bild, sondern ein Datensatz in einem standardisierten Format: Bei Apple ist das ein signiertes Paket im PassKit-Format, bei Google ein Kartenobjekt, das über die Google-Wallet-Schnittstelle verwaltet wird. Beide Formate erlauben, dass der Anbieter die Karte nachträglich ändert — etwa den Stempelstand — und dass eine Mitteilung angezeigt wird, wenn sich etwas ändert. Die Details dazu stehen in den Entwickler-Dokumentationen von Apple und Google (Quellen am Ende).

Und die Karte in Ladennähe?

Wallet-Karten können Standorte hinterlegen. Auf dem iPhone kann die Karte dann auf dem Sperrbildschirm erscheinen, wenn der Kunde in der Nähe des Ladens ist. Ob er in der Nähe ist, prüft das iPhone selbst; der Betrieb erfährt davon nichts. Bei Stemplex heißt die Funktion genau so: Die Karte erscheint in Ladennähe auf dem Sperrbildschirm (iPhone). Wie Wallet-Karten technisch und im Alltag funktionieren, erklärt der Artikel Treuekarte im Apple & Google Wallet ausführlich.

Was braucht der Betrieb?

Keine neue Kasse und kein Spezialgerät. Gescannt wird mit einem Smartphone oder Tablet, das ohnehin da ist. Bei Stemplex läuft der Scanner im Browser — ohne App-Store. Dazu kommen ein QR-Aufsteller (Druckvorlage aus dem Dashboard) und ein paar Minuten, um Logo, Farben, Stempelanzahl und Prämie festzulegen.

Welche Vorteile und Grenzen hat die digitale Stempelkarte?

Die digitale Stempelkarte geht nicht verloren, lässt sich nicht fälschen, spart Aufwand am Tresen und ermöglicht einen direkten, einwilligungsbasierten Draht zu Stammkunden. Grenzen: laufende Kosten, ein Smartphone beim Kunden und etwas Einführungsaufwand im Team.

Die Vorteile

  • Immer dabei: Die Karte liegt im Handy, das die meisten ohnehin bei sich tragen. Sie kann nicht zu Hause liegen bleiben.
  • Nichts geht verloren: Die Stempel liegen beim Anbieter, nicht auf dem Gerät. Auch bei einem neuen Handy ist der Stand nicht weg.
  • Kein Fälschen: Digitale Stempel entstehen nur durch den Scan des Teams. Nachgemalte oder doppelt gestempelte Felder gibt es nicht.
  • Schneller am Tresen: Scannen dauert Sekunden, niemand sucht das Stempelkissen oder zählt Felder nach.
  • Direkter Draht: Mit Einwilligung erreichst du Stammkunden über die Karte — wenn eine Prämie wartet, am Geburtstag oder wenn jemand länger nicht da war.
  • Überblick: Du siehst, wie viele Karten aktiv sind, wie oft gestempelt und eingelöst wird. Entscheidungen beruhen auf Zahlen statt auf Bauchgefühl.
  • Weniger Papier: Kein Nachdruck, kein Stapel Kärtchen an der Kasse.

Die Grenzen — ehrlich

  • Laufende Kosten: Eine betreute Lösung kostet monatlich. Die Papierkarte kostet nur den Druck.
  • Smartphone nötig: Kunden ohne Smartphone können nicht teilnehmen. Für sie kann eine Papierkarte parallel sinnvoll bleiben.
  • Einführung: Das Team muss den Scan einmal lernen und die Karte aktiv ansprechen. Ohne Ansprache bleibt auch die beste Karte ungenutzt.
  • Kein Selbstläufer: Eine Stempelkarte macht aus schlechtem Service keine Stammkunden. Sie verstärkt, was schon gut läuft.

Einen ausführlichen Vergleich mit Tabelle gibt es im Artikel Papier vs. digitale Stempelkarte.

Was kostet eine digitale Stempelkarte?

Es gibt drei Preisklassen: kostenlose oder sehr günstige Baukästen mit viel Eigenarbeit, betreute Komplettlösungen mit monatlichem Festpreis und teure Eigenentwicklungen. Stemplex gehört zu den Komplettlösungen und kostet 490 € netto im Jahr (Jahresabo, rund 41 € im Monat) oder 49 € netto im Monat, monatlich kündbar.

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, weil sehr unterschiedliche Produkte unter dem Begriff laufen. Beim Vergleich lohnt der Blick auf das, was im Preis steckt: Sind Mitarbeiter-Scan, Nachrichten, Auswertungen und Support enthalten? Kostet jede weitere Filiale, jede Karte oder jede Nachricht extra? Gibt es eine Einrichtungsgebühr oder eine lange Mindestlaufzeit?

Zur Einordnung: Bei Stemplex enthalten beide Tarife den vollen Funktionsumfang, unbegrenzt viele Karten und alle Standorte. Keine Einrichtungsgebühr, keine Transaktionsgebühr. Registrieren und die Karte mit einer Testkarte auf dem eigenen Handy ausprobieren ist kostenlos; bezahlt wird erst, wenn die Karte mit echten Kunden live geht. Alle Details stehen auf der Preisseite.

Wie sich die Kosten zusammensetzen, wo versteckte Gebühren lauern und wie du fair gegen gedruckte Papierkarten rechnest, erklärt der Artikel Was kostet eine digitale Stempelkarte?. Ob es sinnvolle kostenlose Wege gibt, beleuchtet Digitale Stempelkarte kostenlos?.

Was ist bei Datenschutz und Recht zu beachten?

Wichtig sind drei Punkte: nur die nötigsten Daten erheben, Werbenachrichten nur mit nachweisbarer Einwilligung verschicken und einen Anbieter mit Auftragsverarbeitungsvertrag und EU-Serverstandort wählen. Dieser Abschnitt ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Eine digitale Stempelkarte verarbeitet personenbezogene Daten — mindestens die Karte selbst und die Stempel, oft einen Vornamen, manchmal ein Geburtsdatum. Damit gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Für einen kleinen Betrieb heißt das vor allem:

  • Datensparsamkeit: Nur erheben, was für die Karte nötig ist. Eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse braucht eine Wallet-Stempelkarte nicht.
  • Einwilligung für Werbung: Wer Kunden über die Karte werblich ansprechen will, braucht deren Einwilligung — dokumentiert mit Zeitpunkt und Wortlaut. Das ergibt sich aus der DSGVO und dem Wettbewerbsrecht (§ 7 UWG). Eine Abmeldung muss jederzeit einfach möglich sein.
  • Auftragsverarbeitung: Der Anbieter verarbeitet die Daten im Auftrag des Betriebs. Dafür braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).
  • Serverstandort: Ein Speicherort in der EU vereinfacht vieles.
  • Standortfunktion: Bei Wallet-Karten prüft das Gerät selbst, ob der Kunde in der Nähe ist. Es entsteht kein Bewegungsprofil beim Betrieb.

So setzt es Stemplex um: Jede Einwilligung wird mit Zeitstempel und der angezeigten Fassung des Einwilligungstexts protokolliert, Werbenachrichten gehen nur an Kunden mit Einwilligung, die Server stehen in der EU. Kunden brauchen keine Telefonnummer und keine E-Mail-Adresse.

Ausführlich und mit Checkliste: Digitale Stempelkarte & DSGVO. Für verbindliche Auskünfte im Einzelfall wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

Wie wähle ich den passenden Anbieter?

Prüfe sieben Punkte: beide Wallets (Apple und Google), kein App-Zwang für Kunden, einfaches Stempeln ohne neue Hardware, DSGVO mit AVV und EU-Servern, transparente Kosten, erreichbarer Support und echte Auswertungen. Am besten testest du mit einer echten Karte auf dem eigenen Handy.

„Digitale Stempelkarte“ ist kein geschützter Begriff — die Angebote unterscheiden sich stark. Diese Kriterien helfen beim sachlichen Vergleich:

  1. Apple Wallet und Google Wallet: Nur mit beiden erreichst du iPhone- und Android-Kunden gleichermaßen.
  2. Kein App-Zwang: Jeder zusätzliche Download kostet Teilnehmer.
  3. Einfaches Stempeln: Läuft der Scanner auf vorhandenen Geräten? Wie schnell geht ein Stempel? Gibt es Schutz vor Mehrfach-Stempeln?
  4. Datenschutz: AVV, EU-Server, dokumentierte Einwilligungen, Löschung auf Wunsch.
  5. Transparente Kosten: Festpreis statt Gebühren pro Karte, Filiale oder Nachricht; klare Laufzeit.
  6. Support: Gibt es einen Ansprechpartner — und hilft er auch bei der Einrichtung?
  7. Auswertungen: Siehst du aktive Karten, Wiederkehr und Einlösungen?

Eine Übersicht der Anbieter mit Funktionen, Preisen und Quellen findest du unter Digitale Stempelkarte Anbieter im Vergleich.

Für welche Branchen eignet sich eine digitale Stempelkarte?

Für jeden Betrieb mit wiederkehrender Kundschaft: Cafés, Bäckereien und Eiscafés, Döner und Imbisse, Restaurants, Friseure und Barber, Nagel- und Kosmetikstudios. Je häufiger Kunden wiederkommen können, desto stärker wirkt die Karte.

Die Mechanik ist überall gleich. Was sich je Branche unterscheidet, sind Stempelrhythmus und Prämie:

Typische Einstellungen je Branche (Beispiele)
BrancheBesuchsrhythmusStempel bis PrämieBeispiel-Prämie
Cafémehrmals pro Woche8–10Heißgetränk gratis
Bäckereitäglich bis wöchentlich10Kaffee oder Gebäck gratis
Döner & Imbisswöchentlich8–10Gericht gratis
Eiscafésaisonal, häufig8–10Kugel oder Becher gratis
Restaurantmonatlich5–8Dessert oder Getränk
Friseur & Barberalle 3–6 Wochen5–8Rabatt oder Pflegeprodukt
Nagelstudioalle 3–4 Wochen5–8Rabatt auf die nächste Behandlung
Beispielwerte zur Orientierung — Stempelanzahl und Prämie legt jeder Betrieb selbst fest.

Konkrete Beispiele und Prämien-Ideen je Branche:

Mehr Ideen, welche Prämie wofür passt, sammelt der Artikel Prämien-Ideen für die Stempelkarte.

Wie führe ich eine digitale Stempelkarte im Betrieb ein?

Karte gestalten, selbst testen, das Team einweisen, den QR-Aufsteller gut sichtbar platzieren und jeden Kunden in den ersten Wochen aktiv ansprechen. Bestehende Papier-Stempel lassen sich beim Umstieg fair übernehmen.

Die Technik ist schnell eingerichtet. Ob die Karte genutzt wird, entscheidet sich am Tresen:

  1. Karte gestalten: Logo, Farben, Stempelanzahl und Prämie festlegen. Die Prämie sollte attraktiv, aber für die Marge tragbar sein.
  2. Selbst testen: Die Karte aufs eigene Handy holen, einmal komplett durchstempeln und einlösen. Bei Stemplex geht das kostenlos im Vorschau-Modus — das Abo folgt erst, wenn alles passt.
  3. Team einweisen: Fünf Minuten reichen meist: Wie wird gescannt, wie wird eingelöst, was sagt man dem Kunden?
  4. Aufsteller platzieren: Dort, wo Kunden warten oder bezahlen — gut sichtbar, auf Augenhöhe.
  5. Aktiv ansprechen: „Möchtest du unsere Stempelkarte aufs Handy? Dauert kurz.“ In den ersten Wochen entscheidet diese Frage über den Erfolg.
  6. Papierkarten übernehmen: Wer noch eine Papierkarte hat, bekommt die vorhandenen Stempel einmalig gutgeschrieben.
  7. Dranbleiben: Nach einigen Wochen auf die Zahlen schauen: Wie viele Karten sind aktiv, wie viele Kunden kommen wieder? Danach Prämie oder Ansprache nachjustieren.

Wie das bei Stemplex Schritt für Schritt abläuft, zeigt So funktioniert die digitale Stempelkarte; eine ausführliche Anleitung bietet Digitale Stempelkarte erstellen. Im Ortenaukreis richten wir die Karte auf Wunsch persönlich mit dir ein.

Wie messe ich, ob die digitale Stempelkarte wirkt?

Vier Kennzahlen reichen für den Anfang: aktive Karten, Wiederkehr (wie viele Karteninhaber in einem Zeitraum erneut kommen), eingelöste Prämien und der Abstand zwischen zwei Besuchen. Vergleiche sie über einige Wochen — nicht Tag für Tag.

Der große Vorteil gegenüber der Papierkarte: Du musst nicht mehr raten. Ein gutes Dashboard zeigt dir, was auf der Karte passiert. Die wichtigsten Zahlen und wie du sie liest:

  • Aktive Karten: Wie viele Kunden haben die Karte im Wallet? Wächst die Zahl in den ersten Wochen kaum, liegt es fast immer an der Ansprache am Tresen, nicht an der Technik.
  • Wiederkehr: Wie viele Karteninhaber kommen innerhalb eines Zeitraums erneut? Das ist die eigentliche Kennzahl für Kundenbindung — wichtiger als die reine Kartenzahl.
  • Eingelöste Prämien: Werden Karten tatsächlich voll? Werden kaum Prämien eingelöst, ist das Ziel vielleicht zu weit weg; die Stempelanzahl lässt sich anpassen.
  • Abstand zwischen Besuchen: Kommen Stammkunden mit Karte häufiger? Wer länger nicht da war, lässt sich mit Einwilligung über eine Nachricht freundlich erinnern.

Wichtig ist ein fairer Vergleich: Ferienzeiten, Wetter und Feiertage beeinflussen jede Zahl. Betrachte deshalb Zeiträume von mehreren Wochen und vergleiche ähnliche Zeiträume miteinander. Und bleib ehrlich mit dir: Eine Stempelkarte ist ein Werkzeug. Ob sie wirkt, zeigt sich an deinen eigenen Zahlen — nicht an Versprechen aus der Werbung, auch nicht an unseren.

Welche Fehler sollte ich bei der digitalen Stempelkarte vermeiden?

Die häufigsten Fehler sind eine zu unattraktive oder zu weit entfernte Prämie, fehlende Ansprache durch das Team, ein versteckter QR-Aufsteller und zu viele Werbenachrichten. Alle vier lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden.

  1. Prämie ohne Reiz: „Beim 20. Besuch 5 % Rabatt“ motiviert kaum jemanden. Besser ist eine greifbare Prämie, die in überschaubarer Zeit erreichbar ist — etwa ein Gratis-Getränk nach 8 bis 10 Besuchen.
  2. Niemand fragt: Kunden suchen selten von sich aus nach einer Stempelkarte. Ein Satz an der Kasse bringt mehr Karten als jedes Plakat.
  3. Aufsteller am falschen Ort: Hinter der Kaffeemaschine oder neben dem Mülleimer sieht ihn niemand. Er gehört dorthin, wo Kunden warten und das Handy ohnehin in der Hand haben.
  4. Zu viele Nachrichten: Wer jeden Tag eine Werbenachricht verschickt, wird abbestellt. Ein bis zwei gut gewählte Anlässe pro Woche — eine wartende Prämie, ein ruhiger Nachmittag, ein Geburtstag — reichen. Und nur an Kunden mit Einwilligung.
  5. Alte Papierkarten ignorieren: Wer seine Papierstempel verliert, ist verärgert. Übernimm vorhandene Stempel beim Umstieg einmalig auf die neue Karte.
  6. Nur auf ein Wallet setzen: Eine Lösung nur für iPhone oder nur für Android schließt einen großen Teil deiner Kundschaft aus. Achte darauf, dass Apple Wallet und Google Wallet unterstützt werden.

Push-Nachrichten richtig einzusetzen, ist ein eigenes Thema — der Artikel Push-Nachrichten an Kunden erklärt Einwilligung, Häufigkeit und gute Beispiele.

Checkliste: Bin ich bereit für die digitale Stempelkarte?

Wenn du wiederkehrende Kunden hast, eine Prämie definieren kannst, ein Smartphone oder Tablet am Tresen hast und dein Team die Karte ansprechen will, bist du bereit. Die folgende Liste hilft beim letzten Check.

  • Meine Kunden kommen regelmäßig wieder (mindestens monatlich).
  • Ich habe eine Prämie, die attraktiv ist und zur Marge passt.
  • Ich weiß, wie viele Stempel bis zur Prämie sinnvoll sind.
  • Am Tresen gibt es ein Smartphone oder Tablet für den Scan.
  • Ich habe einen guten Platz für den QR-Aufsteller.
  • Mein Team weiß, wie es Kunden auf die Karte anspricht.
  • Der Anbieter unterstützt Apple Wallet und Google Wallet.
  • Kunden brauchen keine App und kein Konto.
  • Es gibt einen AVV, EU-Server und dokumentierte Einwilligungen.
  • Ich kenne die Gesamtkosten inklusive Laufzeit und möglicher Gebühren.
  • Ich habe die Karte vorher auf meinem eigenen Handy getestet.
  • Ich weiß, wie ich bestehende Papier-Stempel übernehme.

Noch Begriffe unklar? Das Lexikon erklärt sie kurz. Und wer Anbieter nebeneinanderlegen will, startet mit dem Anbietervergleich.

Häufige Fragen

Digitale Stempelkarte — häufige Fragen

Was ist eine digitale Stempelkarte?

Eine digitale Stempelkarte ist die elektronische Form der Papier-Stempelkarte: Sie liegt als Karte im Apple Wallet oder Google Wallet auf dem Smartphone. Für jeden Besuch oder Kauf gibt das Team per Scan einen Stempel; ist die Karte voll, gibt es die vorher festgelegte Prämie.

Brauchen Kunden für eine digitale Stempelkarte eine App?

Bei Wallet-Karten nicht. Apple Wallet und Google Wallet sind auf iPhones und den meisten Android-Smartphones bereits installiert. Die Karte wird über einen QR-Code oder Link hinzugefügt — ohne App-Store-Download, ohne Kundenkonto und ohne Passwort. Eigene Händler-Apps sind dagegen ein separater Download.

Was ist der Unterschied zwischen Stempelkarte, Treuekarte und Bonuskarte?

Im Alltag werden die Begriffe meist gleich verwendet. „Stempelkarte“ betont das Sammeln von Stempeln bis zu einer Prämie, „Treuekarte“ den Zweck (Stammkunden binden), „Bonuskarte“ die Belohnung. Punkte-Programme rechnen dagegen meist in Punkten pro ausgegebenem Euro.

Was kostet eine digitale Stempelkarte?

Von kostenlosen Baukästen mit viel Eigenarbeit bis zu betreuten Komplettlösungen mit monatlichem Festpreis. Stemplex kostet 490 € netto im Jahr (Jahresabo, rund 41 € im Monat) oder 49 € netto im Monat, monatlich kündbar, jeweils mit vollem Funktionsumfang; keine Einrichtungsgebühr. Registrieren und eine Testkarte ausprobieren ist kostenlos.

Ist eine digitale Stempelkarte DSGVO-konform?

Das hängt von der Umsetzung ab: Datensparsamkeit, eine dokumentierte Einwilligung für Werbenachrichten, ein Auftragsverarbeitungsvertrag und Serverstandort in der EU sind die Kernpunkte. Stemplex protokolliert jede Einwilligung mit Zeitstempel und Fassung des Einwilligungstexts; die Server stehen in der EU. Dieser Guide ersetzt keine Rechtsberatung.

Was passiert, wenn ein Kunde sein Handy verliert?

Die Stempel liegen beim Anbieter, nicht auf dem Gerät. Apple Wallet und Google Wallet übertragen Karten mit dem jeweiligen Konto auf ein neues Gerät. Ist eine Stemplex-Karte doch einmal weg, lädt der Kunde sie unter stemplex.de/karte neu — die Stempel bleiben erhalten.

Kann ich über die digitale Stempelkarte Nachrichten schicken?

Ja, Wallet-Karten können Mitteilungen auf dem Sperrbildschirm anzeigen, etwa „Deine Prämie wartet“. Für Werbung gilt: nur mit Einwilligung des Kunden und mit einfacher Abmeldemöglichkeit. Stemplex verschickt keine SMS — die Nachricht kommt über die Karte selbst.

Wie viele Stempel sollte eine digitale Stempelkarte haben?

Üblich sind 8 bis 10 Stempel bis zur Prämie. Weniger Stempel bei seltenen, teuren Besuchen (z. B. Friseur), mehr bei häufigen, kleinen Käufen (z. B. Kaffee). Entscheidend ist, dass die Prämie zur Marge passt und in einem überschaubaren Zeitraum erreichbar ist.

Kann man Stempel einer Papierkarte übernehmen?

Das entscheidet der Betrieb. Ein fairer Weg: Beim Umstieg zeigt der Kunde seine Papierkarte, das Team bucht die vorhandenen Stempel einmalig auf die neue Wallet-Karte und behält die Papierkarte ein. So geht beim Wechsel niemandem etwas verloren.

Für welche Betriebe lohnt sich eine digitale Stempelkarte?

Für Betriebe mit wiederkehrender Kundschaft: Cafés, Bäckereien, Eiscafés, Döner und Imbisse, Restaurants, Friseure, Barber, Nagel- und Kosmetikstudios. Je häufiger Kunden wiederkommen können, desto mehr bringt die Karte.

Quellen & technische Referenzen

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